Georg B. Mrozek

Silbertraum

Und von Osten braust der Sturm,
saust über Zinnen, Dächer her.
Oben über Burg und Turm,
da zieht ein dunkel Wolkenheer.

Und der Regen spuckt mit Eis
auf starkes Mauerwerk und Baum.
Strauchkristall, ein Dach schon weiß,
die Mauer wird zum Silbertraum.

Selbst Burggraben spiegeln sich
darin, sogar ich sehe mich.
Ein Eisspiegelspiel für dich,
du lebst in mir, dich sehe ich.

Spiegelwand, du Eisgewand,
kristallin sind meine Zähren.
Tage gehn wie viel ins Land?
Jahre ziehn! Wie lang soll's währen?

Im Steinspiegel rührt sich was.
Da! Du schwebst mir schnell entgegen.
Schneller schlägt mein Herz, es rast,
einen Kuss willst du mir geben!

Nach Eisregen kommt bald Schnee.
Er wird vom Sturm zu dir geweht.
Im Spiegel ich dann nichts mehr seh -
doch nie dein Liebesgruß vergeht.

© Inge Giesberts-Schmidt
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